Erstmals ein Österreicher in der P9 ganz oben

03.08.2017

Beim achten von zwölf Rennen der P9-Challenge-Rennserie im deutschen Hockenheim bot sich den Racefans dieses Bild. "Irxi" auf Meisterkurs. Der Niederösterreicher Jahrgang 70 begann mit dem Rennsport in jungen Jahre auf zwei Rädern. Super Moto und Geländeeinsätze schulten die Reflexe und das Reaktionsvermögen perfekt. Aber es kommt dann irgendwann eben auch langsam der "Wunsch nach mehr" hoch.
Ende der 90er Jahre begann der Karosseriebaumeister schließlich zu den Automobilsport-Kollegen rüber zu schauen. Als ein Mann vom Fach sah der Karosseriefachmann die Renntourenwagen und GT's durch eine andere, eigene Brille. Tagtäglich werden in der eigene Werkstatt Karossen- oder auch Rahmenteile ersetzt. Man sieht das dann, wenn was passiert, eben doch vieles selber wieder repariert werden kann. Dazu sind Technikkontrollen eines Fahrzeuges und das Einstellen von Fahrwerken ganz normaler Alltag. Franz Irxenmayr bekam Kontakt zum Histo-Cup und dem Alpenpokal in Österreich.
2001 saß er zum ersten Mal in einem Porsche 911 RS. "Das war bei einem Histo-Cup-Rennen am Salzburgring", erinnerte er sich beim Interview in Hockenheim mit einem Lächeln um die Mundwinkel. Später ging es an den Aufbau eines eigenen 911er. Das war ein luftgekühlter 3,8L mit 450 PS, den er einem Piloten abkaufte. "Den Motor machte uns der Tuner Kogelbauer fit", so "Irxi", der "Mann auf P9-Meisterkurs" aus St.Valentin in Niederösterreich. Der MK2-Umbau hat sich bewährt. Der Dietmar, schon 10 Jahre dabei, sowie Klemens und Alexander kennen sich ebenfalls bestens aus. Die Jungs "schaukeln das 911er Baby" bestens, egal ob auf dem Moto-GP-Kurs wie vor acht Tagen in Hockenheim, dem Red Bull Ring, in Salzburg, Most, dem Panoniaring, am Lausitzring, dem Nürburgring, am Hungaroring, dem Slowakiaring oder wie noch in diesem Herbst in Brünn oder erstmals in Imola. Diese Crew, die steht felsenfest. Besonders natürlich, wenn es mit guten Aussichten und großen Schritten auf den P9-Titel zu geht.
"Den P9-Organisator Bernhard Fischer kenne ich schon aus Alpenpokal-Zeiten", so "Irxi". Wird der Mann aus St.Valentin nach Boris Schimanski, Stefan Oschmann, Wolfgang Triller und Ex-Profi Fritz "K" der erste Österreicher, der den P9-Titel erkämpfen kann? "Das wäre natürlich ganz toll", so Irxenmayr. Die Voraussetzungen mit dem Klassenpodium bei sieben von acht Rennen und dreiSiegen in Hockenheim und am Salzburgring sind ziemlich gut. Der direkte Verfolger vom Franz in der P9-Tabelle ist Boris Schimanski. Mit ihm hat sich Franz Irxenmayr in der laufenden Saison bereits packende Zweikämpfe geliefert. "Boris ist ein Sportsmann, mit dem man Tür an Tür fighten kann. Er bleibt immer fair", so Franz Irxenmayr.
Es steht somit einem packenden P9-Finale nichts im Weg. Kämpfe auf tollen Strecken wie Brünn und Imola dürften nicht nur die P9.Szene, sondern auch die Fans vor Ort begeistern. Die P9-GT-Welt bietet den Fans zusammen mit der Sportwagen und LMP3-Szene auf alle Fälle eine kleine Prise Le Mans-Flair an. Und das passt absolut, oder?