Kann der Titel Boris Schimanski noch entrissen werden

06.08.2018

In der P9-Challenge treten Sprinter gegeneinander an. Bereist's in jedem Training feilen Fahrer Runde für Runde um Topzeiten für den optimalen Startplatz. Egal ob stehend gestartet wird oder nach "Indy-Art" fliegend hinter einem Pacecar, der Start ist mit entscheidend über den Erfolg. Das gilt besonders dann wenn Fahrer die im Training etwa gleiche Rundenzeiten in den Asphalt radierten, nebeneinander los fahren. Wer als 2. in die erste Kurve sticht, der hat dann bereits eine Extraaufgabe am Hals. Er muss so schnell wie möglich an seinen Vordermann ran fahren und ihn dann auf der Bremse überholen. Natürlich kann man das auch auf der ersten Vollgasgeraden aus dem Windschatten anpacken. Der eine oder andere Fahre lässt auch sich Zeit um seinen Vordermann erst dann anzugreifen, wenn der einen Fehler macht
Aber wie bemerkte ein Topfahrer mir gegenüber so treffend."Bei der Warterei musst Du auch sehr darauf achten das sich dein Hintermann nicht bei Dir ansaugt und vorbei geht". Recht hat der Kollege. Dazu kommt meist noch das Problem der perfekten Reifennutzung. Auch das geht nur, wenn man sein Tempo selber einteilen kann. Aus den eigenen Reifen optimale Rundenzeiten heraus kitzeln, sie aber auch schonend behandeln und nach Fehlern der Gegner harte Attacken zu "reiten", das führt meist ganz schnell zu einem Bremsplatten und in der Folge zu üblen Vibrationen. Und das war's dann leider meist im Rennen auch schon.

In der P9-Challenge geht es nun in die entscheidende Phase der Saison. Imola steht nach der Sommerpause im September vor der Tür. In Italien auf Sieg fahren oder doch besser vor dem Finale am Ring taktisch agieren? Genau das gilt es zu entscheiden.
Ein Blick auf die P9-Challenge-Tabelle verrät das im Kampf um den Titel auf dem Formel-1 Kurs, benannt nach den Erbauern "Enzo und Dino Ferrari", sehr viel Spannung auf kommen dürfte.
Tabellenführer Boris Schimanski, der augenblickliche Siegerkönig 2018 Hermann Speck, Heiko Neumann der frisch gebackene Sieger von Monza, der amtierender P9-Champion Franz Irxenmayr aus Österreich und Thomas Prager aus Berlin wollen alle in Imola ausloten, ob bezüglich Podium der P9-Tabelle 2018 noch was zu verbessern ist. Die ersten 5 sind auf Porsche unterwegs. Boris Schimanski hat sich einen beruhigenden Vorsprung erarbeitet. Klassensiege in der KL4 in Hockenheim, am Red Bull Ring, in Monza und am Lausitzring ebneten dem routinierten Niedersachsen den Weg zum möglichen zweiten P9-Challengetitel seiner Karriere. Im Vorderfeld setzt man auf  die Porsche-Modelle der Baureihen 991 und 997. Sie bilden das bevorzugte Gerät aus Zuffenhausen auf das man in den Klassen 4 und 6 setzt. Platz 6 in der Tabelle belegt übrigens der zweitbeste Österreicher. Fritz Rabensteiner auf seinem Audi R8 LMS aus Innsbruck ist dazu erfolgreichster KL2-Fahrer der P9. Mit einem Rückstand von 9 Punkten zu Thomas Prager vor ihm und 12 Zählern bis zum Tabellendritten Heiko Neumann, dürfte sich der schnelle Tiroler über ein Topresultat im P9-Endergebnis so seine Gedanken machen. Es ist noch alles drin in Sachen Meisterschaftspodium.
In der KL5 führt Oliver Michael die als Gesamt achter die Wertung an. In der KL8 hat der Schweizer Rene Gilomen die Nase als Gesamt-9 vorne. Michael, Süßengut und Gilomen sind alle Drei mit 12 Punkten noch auf der Jagt nach Audi-Ass Rabensteiner. "Wer von den drei Verfolgern auf Porsche bei den letzten 4 Sprints auf den F1-Kursen in Imola und am Ring konsequent punktet, der dürfte - aber warten wir das einfach mal ab", so Seriengründer Bernhard Fischer aus München bei einem Interview dieser Tage in Hockenheim. Der Manager weis wie schnell sich auch die Verfolger Süßenguth, Glaser, Sontheimer, Rienhoff, Ertl, Vater und Sohn Neuhofer, Kilian und "last but not least" das routinierte Duo aus Ottobeuren, Kaulitz/Ostenrieder am Ende entscheidend nach vorne katapultieren könnten.
Gespannt sein werden die Fans der Serie natürlich auch auf die Sieger bei den Rennen nach der Sommerpause.
Hermann Speck führt die Liste derzeit mit 5 Erfolgen an. Heiko Neumann gewann einmal. Je eine Erfolg verbuchten auch der amtierende Meister aus St. Valentin in Österreich, Franz Irxenmayr und der schnelle Mann aus Moskau, Stanislav Minsky, Der wurde zusammen mit dem Australier Foster vom Team Race:Pro aus Stuttgart eingesetzt. Überholt werden kann Siegerkönig Hermann Speck zwar nicht mehr, aber eingeholt könnte er werden. Oder erlebt die P9-Szene neue Starter im Kampf um den Gesamtsieg? Imola könnte mit Ferrari, Lamborghini und Pagani vor der Tür für Überraschungen gut sein. Es bleibt spannen würde ich meinen, wetten das? Wir sehen uns in Imola. HTS

Tabellenstand vor Imola

1. Boris Schimanski         KL4  Porsche          59,67 P
2. Hermann Speck           KL6  Porsche          44,00 P
3. Heiko Neumann           KL6  Porsche          36,83 P
4. Franz Irxenmayr (A)     KL4  Porsche          35,00 P
5. Thomas Prager            KL4  Porsche          33,83 P
6. Fritz Rabensteiner (A)  KL2  Audi R8 LMS   24,00 P

Foto: Daniel Spaar/Agentur Autosport.at