Red Bull verlieh dem Junior wahrlich Flügel

21.05.2019

17 Jahre jung, auf höchstem Niveau im Getriebe-Kart mit Erfolg unterwegs und nun hat er den Automobilsport im Auge. Eine Kombination die nur dann Probleme bereitet, wenn der Fahrer nicht jedes Detail auf dem Weg nach oben im Auge behält. Dennis Fetzer hat jedes Detail im Auge. Und er wird es im Auge behalten. Er weis, dass bei jedem kleinen Teilschritt alles stimmen sollte, stimmen muss. Sonst würde er zwangsläufig ins Stolpern geraten. Aber genau das gilt es ja zu vermeiden.
2018 schaute der Junior erstmals in Richtung Automobilsport. Der Senior war behilflich und sein Mentor Georg Bellof ebenfalls. Mit dem Bemühen den richtigen Übertritt in den Automobilsport zu planen, kontaktierte Georg Bellof, unter Freunden kurz „der Goa“ genannt, einen weiteren GT-Szenekenner. Schnell war die P9-Challenge für die ersten Einsätze auserkoren. Eine Serie ohne wilde Drängeleien um jeden Zentimeter Asphalt, sollte es für den Eintritt in den Automobilsport ja sein. Darüber war man sich sofort einig. Aber eben mit dem Vorteil sehr unterschiedlich leistungsstarker GT's am Start. Man kontaktierte verschiedene Teams. Mark Wallenweins Team race:pro in Stuttgart hatte bereits bei seinem P9-Auftritt mit dem Duo Minsky/Foster in der P9-Serie 2018 voll überzeugt. Wallenwein, als Fahrer ein GT-Routinier, ging bei Tests mit Dennis Fetzer schrittweise vor. Gewapnet für Rennen bei trockener Bahn oder auch Einsätzen bei Regen ging es am 17.05. am Red Bull Ring voll zur Sache. Im Training legte Dennis Runde für Runde zu. Die Rundenzeiten sanken. Auch im Quali blieb das so. Es sah gut aus. Platz 2 hinter dem Red Bull Ring-Kenner „Denis G. Watt“, einem routinierten Fahrer aus der Region Graz, lag der junge Giessener am Ende nur 2/100 zurück. Sein Ehrgeiz war geweckt. Würde Dennis den „Denis“ im Saisonauftaktrennen nieder ringen können? Ein 156er Schnitt von Fetzer gegenüber einem Schnitt von 155 Km/h des Mitstreiters machte dem Debütanten den Weg nach ganz oben aufs Stockerl (Foto) frei. Der erste Pokal für den Klassensieg war als Gesamt-6. im Sack. Rennen 2 dann als Gesamt-4. wieder mit Klassensieg vor dem Markenkollegen "Watt". Und wieder ganz oben auf dem Stockerl. Der „Stammplatz auf dem Stockerl“ blieb auch bei der P9-Endurance erhalten. Ganz vorne Endurance-König Hermann Speck (Nürnberg, Porsche 997) als Klassensieger der großen Hubraum-KL6, dann das Duo Fetzer/Wallenwein (Giessen/Stuttgart, Porsche 991) als Sieger der KL5 sowie Team Medilikke aus Österreich mit der Fischer-Crew. als 2. der KL6 im BMW Z4 GT3. Klassensieg-Nr. 3 am Red Bull-Wochenende und 2. in der P9-Endurance-Gesamtwertung.  Durch atmen - oder doch nicht? Könnte es gleich morgen weiter gehen? Ein Fahrer möchte das wohl immer gleich.
Weiter geht es für Dennis in Monza in 4 Wochen. Wieder eine Formel 1-Rennstrecke mit ganz großer Geschichte. Monza liegt vor den Toren von Mailand. Nach den Tests in Hockenheim und der Auftakt-Sternstunde am Red Bull Ring nun die dritte Grand Prix Strecke die Dennis Fetzer unter die Slicks nehmen wird.
 - Wie pflegte es Goa Bellofs Bruder Stefan nach seinem ersten Rennen in Hockenheim einem Fan gegnüber so treffend zu formulieren, „Ne ne, dat war hier nich' auf irgend 'nem Flugplatz. Dat is' hier ä richtich' Grand Pix-Streck“, lachte schallend und verschwand mit Teamchef Lechner, Bruder und dem Papa ab zur Siegerehrung.
Damals 1. Rennen im Auto - erster Sieg ... HTS

Foto - Autosport.at, Ernst Gruber